In ihrer Ausstellung Auf Wiedersehen Sprache setzen Luise Lutz und Michel Strümpf Werktitel gezielt in Gedankenstriche. Sie nutzen die Eigenschaft des Satzzeichens, den Textfluss im Bruchteil einer Sekunde zu stoppen, um Gedanken einzubetten oder anzufügen. Dieses Prinzip übertragen beide vom Papier in den physischen Raum.
Ihr Vorgehen gleicht dem Einkochen von Obst: Es ist ein Prozess der Konservierung. Gedanken, die in der Sprache noch flüchtig sind, werden im Raum physisch festgehalten– so wie frische Birnen zu einem haltbaren Mus verkochen. Während das Aroma des Kochens an Vergänglichkeit erinnert, erfüllt und verbindet der Duft der köchelnden Früchte die Ausstellungsräume und Kunstwerke.
Was wäre gewesen, was wird sein, was hätte sein können? Diese Fragen werfen Luise Lutz und Michel Strümpf immer wieder auf. Im Ausstellungsraum wird Zeit als ein Dazwischen erlebbar – flüchtig wie ein Gedanke. Die gezeigten Gesten und Objekte befinden sich im stetigen Wandel oder verweisen auf Prozesse des Entstehens. Sie entfalten eine eigene Zeitlichkeit, in der Spuren einer Vergangenheit und denkbaren Zukunft verschmelzen und die Gegenwart als Moment des Werdens und der Veränderung spürbar machen.
Text: Romana Bund & Moritz Pisk
Fotos: kunst.dokumentation.com / Manuel Carreon Lopez, Courtesy of Lombardi—Kargl